Friday 18. October 2019

Bewegende Gedenkfeier in Spital/Pyhrn

In einer bewegenden Feier gedachten am Freitag, 13. Mai die Gliederungen der katholischen Aktion in der Kirche St. Leonhard in Spital/Pyhrn einer Opfergruppe des Nationalsozialismus, die sich nicht wehren konnte – Säuglinge und Kleinkinder.

Im Lindenhof in Spital/Pyhrn befand sich in der NS-Zeit ein sogenanntes „fremdvölkisches Kinderheim“, wo Kinder von Zwangsarbeiterinnen untergebracht waren. Von März 1943 bis Jänner 1945 wuchsen dort beinahe 100 Kinder von meist polnischen Zwangsarbeiterinnen unter widrigsten Bedingungen ohne ausreichende Ernährung auf. Sie waren krank, hungrig und entkräftet und bekamen kaum Zuneigung. Mehr als ein Drittel von ihnen starben. Einige dieser Kinder sind  am Friedhof St. Leonhard namenlos und ohne Grabstein begraben. Erst seit wenigen Jahren ist dieses Geschehen verstärkt im Bewusstsein der Geschichtsforschung – in Spital/Pyhrn sind die Ereignisse im „fremdvölkischen Kinderheim“ bei vielen kaum bekannt. Erst im Mai 2014 wurden seitens des Landes OÖ und der polnischen Botschaft Gedenktafeln am Friedhof angebracht.

 

Unter der Leitung von Susanne Lammer möchten sich KFB, KMB, Kath. Jungschar, Kath. Jugend und die Burg Altpernstein gemeinsam mit dem Mauthausen-Komitee und einigen ZeitzeugInnen für eine aktive Erinnerungskultur in Spital/Pyhrn einsetzen. Mit der Abhaltung einer jährlichen Gedenkfeier sollen zum einen die Opfer nicht vergessen werden, zum anderen die Geschehnisse aber auch mehr ins Bewusstsein gerufen werden.

 

Den Beginn der heurigen Gedenkfeier markierte ein Labyrinth aus brennenden Kerzen, in dessen verschlungenen Wegen Impulsfragen aufgelegt waren. Im Zentrum stand ein Ausspruch von Nelson Mandela: „Eine Gesellschaft offenbart sich nirgendwo deutlicher als in der Art und Weise, in der sie mit ihren Kindern umgeht." Stefanie Hinterleitner, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Katholischen Jugend, legte in kurzen Statements dar, was Kinder für ihre Entwicklung brauchen und auf welche Weise ihre Bedürfnisse während der NS-Zeit mit Füßen getreten wurden. Im Anschluss wurden in einer symbolischen Aktion Murmeln in eine Schale gelegt. Die Murmel stehen für das Recht der Kinder, spielen zu dürfen. Katharina Brandstetter, eine Überlebende des „fremdvölkischen Kinderheims“ verlas die Namen der verstorbenen Kinder. In kurzen Ansprachen würdigten schließlich die Landessprecherin der Grünen, Maria Buchmayr, der Honorarkonsul der Republik Polen in Linz, Christian Hofer und Martin Kranzl-Greinegger vom Mauthausen Komitee Österreich das Gedenk-Engagement. Zum Abschluss der Feier wurden unter den Gedenktafeln Kränze niedergelegt.

 

Fotos ....

Fotograf: Jack Haijes

 

 

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