Tuesday 20. April 2021

Präsentation: Was brauchen junge Menschen im Übergang zur Arbeitswelt

Der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt ist eine sehr herausfordernde Zeit für junge Menschen.  Um den beruflichen Einstieg zu erleichtern, gibt es in Oberösterreich viele Projekte, die Hilfestellungen geben sollen. Doch was brauchen die Jugendlichen? Erfüllen die Projekte ihren Zweck und wo gibt es Defizite? 

Hier geht es zum umfangreichen Bericht mit Bildern auf der Diözesanhomepage.

 

Die eigens dafür gegründete Jugendforschungsgruppe, bestehend aus kj oö, Jugendnetzwerk der AK OÖ und der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung, hat sich dieser Fragen angenommen. In 38 Workshops mit 450 Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 24 wurden zwei große Fragen gestellt.

  • Wie geht es mir im Leben?
  • Wie geht es mir im Projekt?

Die Antworten wurden heute, am 22.05. im Ursulinenhof Linz vorgestellt. Über 100 Jugendliche waren als ExpertInnen für ihre Lebenswelt mit ihren TrainerInnen eingeladen, um diese Fragen mit Vertretern aus Politik und Kirche zu diskutieren, sowie Wünsche direkt an die zuständigen Verantwortlichen zu richten.

 

An 14 Tischen wird diskutiert
An 14 Tischen wird diskutiert
Hinterland rappt und moderiert
Was ich mir wünsche
Was ich mir wünsche
Was ich mir wünsche

 

 

Sowohl im direkten Gespräch, als auch während der Workshops haben sich 6 Felder herausgestellt, die von den jungen Menschen für den Weg ins Berufsleben benötigt werden:

  1. Berufswahl und Praktika

Die Aussage „Das Projekt hilft mir, herauszufinden, was ich beruflich machen will“ sollte das jeweilige Angebot auf seine Wirksamkeit untersuchen. Zwar gibt die Mehrheit der befragten Jugendlichen an, dass das Projekt bei der Berufsfindung hilfreich ist, jedoch sind 174 Teilnehmende bzw. 38,7 Prozent nicht bzw. eher nicht davon überzeugt. Sie sind der Meinung, dass das Angebot nicht auf die Bedürfnisse eingeht, eine geringe Auswahl an Berufsmöglichkeiten vorgestellt wird sowie zu wenig Praktika in unterschiedlichen Branchen gemacht werden. Andererseits sind viele befragte Jugendliche mit dem Projekt zufrieden, da es genügend Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungen oder bei der Suche nach Praktika gibt.


2. Technische Ausstattung und Internetverbindung


Die Jugendlichen sind permanente Internetnutzung gewohnt. In der Befragung bemängelten viele, dass die PCs und die Internetverbindung in den Projekten zu langsam seien. Diesen Wunsch nach besserer technischer Ausstattung unterstützen auch die TrainerInnen.


3. Sinnstiftende Tätigkeiten


Aus der Befragung der Jugendlichen ging deutlich hervor, dass gerade für die Generation Z sinnstiftendes Arbeiten im Vordergrund steht.

 

4. Politische Bildung


Mit der Aussage „Ich fühle mich von der Politik gut verstanden und vertreten“ sollte überprüft werden, ob politische Entscheidungen die Interessen der Jugendlichen berücksichtigen und wie weit Jugendliche an dem politischen Geschehen interessiert sind. Der Großteil der Befragten stimmt dieser Aussage gar nicht zu. Es wird vor allem mehr Verständnis für die aktuelle Situation der Jugendlichen gefordert. Auffällig ist, dass in vielen Projekten die Teilnehmenden sehr wenig über die aktuelle politische Lage sowie über politische Geschehen informiert sind. Hinzu kommt, dass ein Teil der Jugendlichen nichts mit der Politik zu tun haben will und diese als eher uninteressant wahrnimmt. Die Einschätzung der TrainerInnen stützt dieses Bild.
Im Gegensatz dazu wünscht sich eine andere Gruppe der Teilnehmenden mehr politische Bildung in den Programmen, um in der Tagespolitik mitreden und sich einen Überblick über die Aufgaben und Entscheidungen der Politikerinnen und Politiker machen zu können. Allgemein erhoffen sich die Jugendlichen weniger Rassismus und Diskriminierung sowie mehr Verständnis von Seiten der Politik für ihre aktuelle Situation.

 

4. TrainerInnen


Die Befragung ergab, dass die TrainerInnen grundsätzlich hervorragende Arbeit leisten und bei den Jugendlichen sehr positiv bewertet wurden. In manchen Angeboten bräuchte es eine größere Anzahl von TrainerInnen, damit diese noch besser auf die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen können.


5. Finanzielle Unterstützung


Die Befragung zeigte klar, dass es für die Teilnehmenden schwer ist, mit den vorhandenen finanziellen Mitteln ein selbstständiges Leben zu führen. Jugendliche, die noch zu Hause wohnen oder zusätzliche Unterstützung durch die Eltern erhalten, kommen meist mit ihrem Geld aus. Viele Teilnehmende haben es jedoch schwer, sich mit den vorhandenen finanziellen Mitteln selbst ausreichend zu versorgen. Das erhaltene Geld reicht bei den meisten nicht aus, um selbstständig leben zu können. Zu hohe Fixkosten wie Wohnung oder Auto sowie hohe Lebenskosten erschweren die finanzielle Situation der Befragten.


Auch die TrainerInnen sehen diesen Bereich als äußert problematisch. Auf die offene Frage, was die Jugendlichen am meisten belastet, antworteten 45 Prozent der TrainerInnen und Trainer (für eine offene Frage ein sehr hoher Wert): der fehlende familiäre Rückhalt bzw. die Belastung der problematischen familiären Situation. Wenn die finanzielle Basis der Familie fehlt, brauchen die Jugendlichen ausreichend finanzielle Unterstützung, um ein selbstständiges, würdiges Leben führen zu können. Die Aussage „Die Jugendlichen haben genügend finanzielle Mittel, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können“ war jene Aussage, die in der gesamten Befragung der TrainerInnen am deutlichsten abgelehnt wurde (37 %: „trifft nicht zu“ bzw. „trifft eher nicht zu“).

 

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Die Love Box ist ein Lese-Rollenspiel für Jugendliche ab 14 Jahren.

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