Freitag 22. September 2017

KAJ-Geschichte in (Ober)Österreich

Die 1912 vom Priester Josef Cardijn in Belgien gegründete CAJ hätte schon im Jänner 1938 in Österreich Fuß fassen können. Cardijn sprach im Rahmen einer Studienwoche für österreichische Priester auch vor ArbeiterInnenjugendlichen, die ihm begeistert zuhörten. Doch der Einmarsch Hitlers in Österreich im März 1938 vernichtete Aktivitäten zum Aufbau einer österreichischen CAJ.

Pater Josef Zeininger lernte während seiner Haft immer wieder inhaftierte französische KAJ-Seelsorger kennen. In ihm reifte der Gedanke, auch in Wien für junge Arbeiter tätig zu werden. Am 12.1. 1946 gründeten 7 Wiener die erste Zelle (Runde); gleichzeitig bildeten sich auch in Oberösterreich und der Steiermark Gruppen der CAJ. 1948 erfolgte die Eingliederung der CAJ als ein Teil der Katholischen Aktion, was auch die Umbenennung zur KAJ zur Folge hatte.

300 Jungarbeiterführer der KAJ/B (KAJ/Burschen) trafen sich im Sommer 1948 in Linz zur ersten nationalen Studienwoche, wo klare Richtlinien über Ziele, Inhalte und Methoden gefasst wurden. In dieser Zeit wurde auch mit der KAJ-Arbeit für Mädchen begonnen - zum Teil illegal. Vor allem der Klerus hatte Bedenken, ob die Berufs- und Arbeitswelt einen so bestimmenden Einfluss auf Mädchen & Frauen habe. Sie sorgten sich, dass die "kämpferische" KAJ die Mädchen "vermännliche".

In den Anfangsjahren stand vor allem der Auf- und Ausbau der KAJ im Vordergrund, was mit einer großen Stütze seitens Ehrenamtlicher und Kapläne gelang. Die Bischöfe setzten eine große Hoffnung in die KAJ, um einen großen Teil der Jungarbeiter in die Kirche zurückzuführen.

 

Mit Beginn der 60er Jahre fand in beiden Bewegungen ein großer Wandel statt. Dafür war der langsam steigende Wohlstand mit neuen Freizeitangeboten und eine zunehmende Mobilität verantwortlich. Das Problem sah man auch bei der mangelnden Verbindung von Glauben und Leben. Bis Mitte der 60er Jahre beschäftigte sich die KAJ/M vor allem mit den Themen Familie, Ehe und Freizeit. Gegen Ende dieses Jahrzehnts begann die Abkehr der KAJ/M vom traditionellen Rollenbild der Frau. Bei der KAJ/B wird zu dieser Zeit die Bereitschaft merkbar, sich mit den Problemen und Bedürfnissen des Arbeitslebens von Jungarbeitern auseinanderzusetzen.

Durch einen gemeinsamen Kongress der KAJ/B und der KAJ/M entstand in der ersten Hälfte der 70er "eine KAJ". Ein neu erstelltes "Selbstverständnis" (bitte link zum Selbstverständnis) beschrieb die Neuorientierung der KAJÖ. Notwendig war dies auch aufgrund der Änderung der politischen Großwetterlage, der Einflüsse der ICAJ (Internationale CAJ), der starken Hinwendung zur Arbeitswelt und dem Wandel des religiösen Selbstverständnisses.

1980 fand ein österreichweites Treffen statt, welches als Ergebnis das "Minifest der jungen ArbeiterInnen" hervorbrachte. Die Vereinheitlichungstendenzen in der diözesanen Jugendarbeit brachten in den Diözesen Tirol, Steiermark, Salzburg, Wien und Kärnten immer wieder Konflikte mit der Amtskirche, die große Energien verschlangen und zu einzelnen Postenkürzungen führten.

Mit Sommer 1986 wurde der Diskussionsprozess für ein neues Selbstverständnis eingeleitet. Im Sommer 1990 hat sich die KAJ in Katholische Arbeiter- und Arbeiterinnenjugend umbenannt. Mit dieser gemeinsamen Grundlage wurde bis ende der 90er Jahre in Oberösterreich gearbeitet. Viele der damals festgelegten Schwerpunkte (Mädchen/Frauen und Geld, Berufsausbildung gestalten - Fähigkeiten entfalten, Umweltschutz am Arbeitsplatz) finden sich auch heute in unserem Programm.

Im Zuge des Strukturwandels des Bereiches Kinder- und Jugendarbeit innerhalb der Diözese Linz Ende der 90er Jahre, gliederte sich die KAJ unter dem Dach der katholischen Jugend ein. Seit dem Jahr 2000 findet sich die KAJ im Forum Arbeit/KAJ wieder.

 

Aktuelle Schwerpunkte sind:
>>    Intensive Zusammenarbeit mit den Betriebsseelsorgezentren und den dort engagierten JugendleiterInnen.
>>    Berufsorientierung für PolyschülerInnen
>>    Unterstützung im Aufbau von Jugend- und Lehrlingsrunden
>>    Organisation von Weiterbildungsveranstaltungen für JugendleiterInnen, MultiplikatorInnen und PädagogInnen
>>    Spezifische Burschen- und Mädchenarbeit
>>    Veranstaltung von Diskussionsforen zu jugend- und gesellschaftspolitischen Themen
>>    Lobbyarbeit für unsere Zielgruppe
>>    Jugendarbeitslosigkeit: Aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit in den letzten Jahren, setzen wir uns intensiv für ausbildungslose und arbeitssuchende Jugendliche ein. Mit dem Projekt Stellenwert – Jugend will Arbeit wollen wir ein kräftiges Zeichen setzen.
>>    Projekte gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

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