Thursday 13. August 2020

''Jugendkreuzweg''

Infobox

Kurzbeschreibung:

Jugendkreuzweg mit 7 Stationen:

inkl. Einführung zum Thema Kreuzweg

allgemein, eine Station in Bezug auf

Jesu Kindheit, 6 Stationen angelehnt

an bekannte Kreuzwegstationen. 

TN-Zahl: beliebig
Dauer: ca. 30 Min.
Materialien: Liederbücher, Instrumente
Ort:

Kirche, Kapelle, Kreuzweg,

sonstige besinnliche Orte

ErstellerIn: kj oö
eingereicht von/am:  Viktoria Penkner / 12.August 2009

 

Ablauf Was? Inhalte/Stichworte Wer? Material Ton
Einleitung

Text

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lied

Der Kreuzweg ist eine unserer zeichenhaftesten religiösen Traditionen.

Mit ihm möchte die gesamte christliche Gemeinde die Passion Jesu und

seinen schmerzvollen Weg zum Kreuz symbolisch mitgehen, bei ihm sein

und ihn während der entscheidenden Augenblicke seines Lebens

begleiten.

Im Kreuzweg entdecken wir, dass sein Weg ein Paradigma für den Weg

aller Menschen ist, auf dem das Leid, der Schmerz sowie der Tod

existieren, ja Wirklichkeit sind. Er verwandelt uns in der Auferstehung

Jesu. Er schenkt uns Hoffnung auf ein neues Leben.

 

Jesu Lebensweg und unser Weg vereinen sich im Kreuzweg. Wir

bekennen in dieser Feier unseren Glauben an den einen Gott, der durch

seinen Sohn auch heute noch den Weg mit uns, mit unseren Nachbarn,

mit Ausländern und mit Freunden unterwegs ist.

 

Die Herausforderung, die Jesus selbst gelebt hat ist Solidarität mit den

Armen, den Einwanderern und Schutzsuchenden. So begegnen wir mit

menschlichem Schmerz einen Gott, der uns einlädt, für das Leben zu

kämpfen, sich ein zu setzten für die Rechte und die Würde aller

Menschen. Wir bauen weiter am Reich des Friedens, der Liebe, der

Gerechtigkeit, der Freiheit, am Reich Gottes, das Jesus verkündet.

 

Ihr werdet feststellen, dass dieser Kreuzweg von der traditionellen Form

abweicht.

Wir laden euch ein, gemeinsam den Weg zu beginnen…

 

 

Geh mit uns auf unserem Weg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

alle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liederbuch +

evtl.

Instrumente

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LQ90

Station 1  

1. Station – Maria und Josef fliehen mit Jesus nach Ägypten

 

Aus dem Evangelium nach Matthäus

Als die Sternendeuter wieder gegangen waren, erschien dem

Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm

das Kind uns seine Mutter und flieh nach Ägypten, bleibe dort, bis

ich dir etwas andere auftrage; denn Herodes wird das Kind

suchen um es zu töten. Da stand Josef in der Nacht auf und floh

mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis

zum Tod des Herodes. Denn er sollte sich erfüllen, was der Herr

durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen

Sohn gerufen.

 

Wenn wir unsere Augen öffnen und diese Geschichte mit dem in

Verbindung bringen, was um uns herum in der Welt geschieht, stellen wir

fest, dass die Flucht der Hl. Familie nicht einfach ein schönes Bild in

unserer Wohnung oder in der Kirche ist, sondern ein reales Bild aller

Familien, die ihre Heimat verlassen müssen. Jesus, Maria und Josef sind

wie Abertausende von Kindern, Müttern und Vätern, die ihr Land

verlassen müssen, um zu überleben, das eigene Leben zu schützen oder

bessere Lebensbedingungen zu finden.

Es erinnert auch daran, das die meisten ihre Heimat nicht verlassen wie

Touristen die jederzeit ein und ausreisen könne. Umstände wie Krieg,

Gewalt, soziale und wirtschaftliche Umstände lassen ihnen keinen

anderen Ausweg als auszuwandern.

 

GEBET Jesus, wir bitten dich für die unzähligen Auswanderer- und

Flüchtlingskinder, die dir so gleichen. Lass ihre Eltern Arbeit, Brot und ein

Dach über den Kopf finden. Lass sie erfahren, dass sie willkommen sind

und Menschen treffen die ihnen hilfsbereit zur Seite stehen.

 

Christus höre uns. – Christus erhöre uns

     
Station 4  

2. Station – Jesus wird von Judas verraten

 

Aus dem Evangelium nach Matthäus

Darauf ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den

Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich

euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.

Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.

 

Jesus durchlebt hier tragische Momente. Es ist nicht so sehr der Verrat,

der ihn so betroffen macht, sondern dass einer seiner engsten

Vertrauten, den er berufen hatte, mit ihm seinen Auftrag und sein Leben

zu teilen es war. Es ist einer seiner Jünger, der ihn jetzt an die Gegner

„verkauft“. Es gibt nichts Bedrückenderes als von Menschen verraten zu

werden, denen man blind vertraut.

Haben wir schon mal so eine Situation durchlebt… ein Freund, eine

Freundin hat nicht dicht gehalten, die Lehrer haben dich verraten, ein

Nachbar hat dich angezeigt, du bist furchtbar enttäuscht worden von

einer dir nahe stehenden Person?

Menschen vergessen, dass die Welt Gott gehört! Das wir alle Gäste,

Einwanderer und Nachbarn sind und wir hier nur als Gäste wohnen.

 

GEBET  Jesus, du weißt, was es heißt, von einem seiner besten Freunde

verraten zu werden. Hilf den Verratenen zu vergeben und lass die

Verräter den Weg der Bekehrung, der Wahrheit und des Lichtes finden.

Wandle du unsere Herzen, damit wir Raum und Mitgefühl und Solidarität

in ihnen haben.

 

Christus höre uns. – Christus erhöre uns

     
Station 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lied

3. Station – Jesus betet am Ölberg

 

Aus dem Evangelium nach Matthäus

Darauf kam Jesus mit den Jüngeren zu einem Grundstück, das

man Getsemani nennt, und sagte zu ihnen: Setzt euch und wartet

hier, während ich dort bete. Und er nahm Petrus und die beiden

Söhne des Zebedäus mit sich. Da ergriff ihn Angst und

Traurigkeit, und er sagte zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode

betrübt. Bleibt hier und wacht mit mir! Und er ging ein Stück

weiter, warf sich zu Boden und betete: Mein Vater, wenn es

möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich

will, sondern wie du willst.

 

Zum ersten Mal ist Jesus sich voll bewusst, dass sein Tod unmittelbar

bevorsteht. Obwohl seine Jünger bei ihm sind, weiß er, dass er in dieser

Stunde alleine sein wird. Die Einsamkeit, die Erfahrung des Verlassen-

werdens im Angesicht der Gegner, die Todesangst und die Todestrauer

über-wältigen ihn. Aber im Augenblick seiner tiefsten Trostlosigkeit zeigt

Jesus, dass sein Vertrauen in Gott noch tiefer ist als seine Qual. Nie

verliert Jesus seinen Glauben, dass Gott gegenwärtig ist und ihn

begleitet, selbst wenn es so scheint als wäre er abwesend.

 

Bleibet hier und wachet mit mir

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

alle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liedertext + 

evtl.

Instrumente

 
Station 7  

4. Station – Jesus wird vom Hohenpriester und den Ältesten verhört

 

Aus dem Evangelium nach Matthäus

Die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat bemühten sich um

falsche Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn zum Tod

verurteilen zu können. Sie erreichten aber nichts, obwohl viele

falsche Zeugen auftraten. Zuletzt kamen zwei Männer und

behaupteten: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes

niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen. Da stand der

Hohepriester auf und fragte Jesus: Willst du nichts sagen zu dem,

was diese Leute gegen dich vorbringen? Jesus aber schwieg.

Darauf sagte der Hohepriester zu ihm: Ich beschwöre dich bei

dem lebendigen Gott, sag uns: Bist du der Messias, der Sohn

Gottes?

 

Jesus steht vor dem Hohen Rat. Er hört die falschen Anschuldigungen,

die gegen ihn erhoben werden. Auf die gekauften Zeugen, auf ihre Lügen

antwortet Jesus mit Schweigen. Er findet keine Worte mehr für so viel

Ungerechtigkeit und Korruption. Die Worte haben ihren Sinn verloren,

weil sie nicht der Wahrheit sondern dem Betrug dienen.

 

GEBET_ Guter Gott, befreie uns von der Versuchung, Menschen als

Sündenböcke, als Objekt unserer Anklagen zu missbrauchen.

Schenke uns den Geist des Mitgefühls, damit wir das Leid dieser

Menschen besser verstehen. Das bitten wir durch Christus, unsern Herrn, Amen

     
Station 11

5. Station – Jesus wird seiner Kleider beraubt

 

Aus dem Evangelium nach Johannes

Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten,

nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für

jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das

von oben her ganz durchwebt und ohne Naht war. Sie sagten

zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen,

wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie

verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein

Gewand.

 

Jesus ist auf dem Kalvarienberg, dem Ort seiner Hinrichtung,

angekommen. Auch hier findet er Erniedrigung und Entwürdigung des

zum Tod verurteilten kein Ende. Sie rauben ihm auch noch das Letzte,

was ihm geblieben war, seine Kleider.

Im entblößten Herr spiegelt sich das Bild unserer Schwestern und Brüder

wieder, die bei uns um Asyl suchen, Obdachlos sind, alles verloren

haben: Geld, Ausweis, Wohnung, durch Banden und Diebe. Oder

Menschen, die keine Markenkleidung tragen, nicht so sind, wie wir sie

gerne haben wollen.

Manches Mal verachten auch wir diese Menschen. Wir beschuldigen sie

öffentlich, diskriminieren oder erniedrigen sie. Wir haben verlernt hinter

all dem den entblößten Herrn zu sehen.

 

GEBET Einfühlsamer Gott, du weißt um die Ausbeutung, Erniedrigung

und den Missbrauch, den all diese Menschen erlitten haben. Du kennst

ihre Traurigkeit die der Traurigkeit Jesu gleicht, als er in aller

Öffentlichkeit seiner Kleider und seiner Würde beraubt wurde. Heile ihre

Wunden durch die Kraft deiner Liebe. Verwandle unsere Herzen aus Stein

in ein Herz aus Fleisch. Das erbitten wir durch Christus, unsern Herrn.

Amen

     
Station 12  

6. Station – Jesus wird mit zwei Verbrechern gekreuzigt

 

Aus dem Evangelium nach Markus

Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Eine Aufschrift (auf einer

Tafel) gab seine Schuld an: Der König der Juden. Zusammen mit ihm

kreuzigten sie zwei Räuber, den einen rechts von ihm den anderen links.

 

Wir haben uns so daran gewöhnt Kreuze in Kirchen, in Häusern, an

Halsketten zu sehen, dass wir den ursprünglichen Sinn dieses so

alltäglichen Gegenstandes manchmal vergessen und er sich in ein

sinnloses Symbol verwandelt.

Das Kreuz war das Zeichen tiefster Verachtung und der öffentlichen

Rache, weil die Kreuzigung die Todesstrafe für Kriminelle und Sklaven

war. Jesus wurde bis zum Schluss als Krimineller behandelt und, um dies

noch zu unterstreichen, kreuzigten ihn seine Gegner zwischen zwei

Verbrechern. Jesus, dem Propheten der Liebe und der Gerechtigkeit,

blieb nicht einmal der gute Ruf, den er beim Volk genoss, vor dem er

tagtäglich vom Kommen des Reiches Gottes gesprochen hatte.

Wir bitten um Vergebung für die Male wo wir durch egoistisches oder

gleichgültiges Verhalten unseren Mitmenschen die Menschenwürde

abgesprochen haben.

 

GEBET  Gott der Wahrheit, gib uns Augen und Worte die unseren

Mitmenschen ein Lächeln auf die Lippen zaubern – und die sie nicht

vergessen lassen, dass jemand an ihrer Seite ist. Gibt uns den nötigen

Mut, den eigenen Egoismus zu besiegen. Das erbitten wir durch Christus,

unsern Herrn. Amen.

     
Station 13

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lied

7. Station – Frauen stehen unter dem Kreuz

 

Aus dem Evangelium nach Johannes

Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner

Mutter, Maria, die Frau des Klopas und Maria, von Magdala. Als Jesus

seine Mutter sah und bei ihr die Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner

Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!

Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener

Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

 

Jesus hängt sterbend am Kreuz, verlassen von seinen Freunden mit

Ausnahme einiger Frauen, die den Mut hatten bis zum bitteren Ende bei

ihm zu bleiben. Hier, am Fuße des Kreuzes finden wir eine „Mama“ die

aufblickt zu ihrem geliebten, sterbenden Sohn, der von den Menschen

verachtet, in aller Öffentlichkeit entehrt und von seinen besten Freunden

verlassen wurde. Diese Mutter versteht nicht, warum ihr Sohn in der

Fülle seines Lebens so grundlos, so sinnlos, sterben muss.

Ihr Kummer, ihr Schmerz sind so groß, dass sie keine Worte findet; aber

ihre mütterliche Liebe, eine zärtliche und doch unbesiegbare Liebe,

geben ihr die Kraft mutig unter dem Kreuz bei ihrem Sohn auszuharren

bis zur letzen Minute.

 

Wir erinnern uns der Mütter, die ihre Kinder gehen sehen und beten, es

möge ihnen nichts Böses geschehen. Wir erinnern uns der Frauen, die zu

Hause bleiben, um die Familie zu ernähren, sich aufopfernd der

Erziehung der Kinder widmen, ohne der Gegenwart ihrer Männer rechnen

zu können. Wir erinnern uns der Mädchen, die ohne die Liebe und

Zuneigung ihrer Väter aufwachsen müssen. Wir erinnern uns derer, die

nicht wissen, wo ihre Kinder sind, darunter leiden, nicht zu wissen, ob sie

vermisst oder tot sind.

 

Miriam Lied

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

alle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liederbuch +

evtl.

Instrumente

LQ227
Schluss

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lied

SCHLUSSGEBET  Gott, unser Wegbegleiter, wir danken dir, dass wir

dich heute begleiten durften. Hilf uns, alle, die unterwegs sind, in ihrer

Situation besser zu verstehen, damit wir sie mit Liebe begleiten können.

Wir wissen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern in dir das

Leben triumphieren wird. Hilf uns, deinen auferstandenen Sohn in

unseren wandernden Schwestern und Brüdern zu erkennen.

Erwecke in uns den Wunsch, geschwisterlich zu leben. Wecke in uns die

Liebe, mit der du uns geliebt hast, eine Liebe, die keine Grenzen kennt,

die nicht nach Rassen, Wohlstand, Kulturen, Nationalitäten oder

Religionen unterscheidet.

Lenke unsere Schritte deinem Reich entgegen, wo niemand fremd ist,

weil wir alle eine Menschheitsfamilie sind: du der du wie eine gute Mutter

und guter Vater für uns da bist. Das erbitten wir durch Christus, unsern

Herrn. Amen

 

Meine Zeit steht in deinen Händen 1 und 3te Strophe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

alle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liederbuch + evt. Instrumente

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LQ224

 

 

26.09.2012

Katholische Jugend OÖ
Kapuzinerstraße 84
4020 Linz
Telefon: +43 732 7610 - 3311
Telefax:+43 732 7610 - 3779
kj@dioezese-linz.at
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
4021 Linz
https://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: