Tuesday 20. October 2020

Ein dankbares Herz

Der Herbst ist für viele eine Zeit, in der sie Danke sagen für alles, was sie in ihrem Leben haben. Aber warum sagt man überhaupt Danke? Und wie unterschiedlich kann Dankbarkeit aussehen? Was hat Dankbarkeit mit Glück zu tun? 

Herz aus Gänseblümchen

 

Der heutige Beitrag wurde gestaltet von Ida Winkler-Ebner, Regionskoordinatorin in der kj Region Kremstal.

 

Warum Danke sagen? 

 

Ist es überhaupt wichtig Danke zu sagen?  Würde man diese Frage Menschen auf der Straße stellen, würde die Antwort wahrscheinlich ziemlich unterschiedlich beantwortet werden. Manche empfinden es als lästig und alte Höflichkeitsformel, wenn ein Geschenk einen Dank schon fast verlangt, anderen ist es ein großes Anliegen, ihre empfundene Wertschätzung so auszudrücken, wie es in ihren Augen angemessen ist. Der Umgang mit Dankbarkeit ist dabei oft sehr individuell. 

 

Ein guter Einstieg in dieses Thema mit Jugendlichen, ist eine Gruppendiskussion dazu. Die Jugendgruppe schlüpft in die Rolle von Studiogästen beziehungsweise der Moderatorin einer Talkshow. Jede Rolle hat eine andere Meinung zum Thema, die man als Spielende/r vertreten und begründen muss (auch wenn sie oft nicht der eigenen Sichtweise entspricht). Gemeinsam soll die Frage beantwortet werden: Macht Dankbarkeit glücklich? Anschließend gibt es eine Reflexionsrunde. Besonders interessant wird die Übung, wenn es auch stille Beobachter gibt, die in der Reflexionsrunde darüber sprechen, was sie beobachten konnten. 

 

Download: Rollen für die Barbara Karlich Show (pdf-Download)

 

Wichtig! Vor der Reflexionsrunde sollten alle Jugendlichen bewusst aus ihren Rollen herausschlüpfen. Sie sind nicht mehr die Person, die sie gespielt haben, sondern wieder ganz sie selbst. Wenn die Meinung einer Person aus der Diskussion kritisiert wird, dann sollte der Rollenname genannt werden, nicht der Name der spielenden Person. Schließlich war das ja nicht ihre eigene Meinung. 

 

Gruppenstunde 

 

Material:

  • Laptop (eventuell Beamer und Lautsprecher),
  • Bibel oder Bibelstelle gedruckt,
  • Dankeskärtchen,
  • kleine Schokoladen (ein Bissen). 

 

Naps-Methode 

 

Am Anfang der Gruppenstunde bekommt jede/r Jugendliche ein kleines Stück Schokolade. Diese soll sofort gegessen werden. 

Am Ende des Treffens bekommt jede/r noch einmal eine solche Schokolade. Diesmal aber unter Anleitung.  

 

Download: Naps-Methode (pdf-Download)

 

Transfer:

Die Schokolade wird ganz unterschiedlich wahrgenommen, je nachdem ob wir uns die Zeit nehmen sie mit dankbarem Herzen zu genießen oder ob wir sie einfach zerkauen und schlucken. So kann es uns auch im Leben gehen. Oft braucht es Momente in denen wir uns einfach Zeit nehmen, um Dinge bewusst wahrzunehmen. Zum Beispiel in dem wir stehen bleiben und den Sternenhimmel betrachten. Oder indem wir darüber nachdenken, was uns an einem Tag glücklich gemacht hat. 

 

Bibelstelle:

Lk 17, 11-19 – Der dankbare Samariter 

 

In der Bibelstelle heilt Jesus 10 Aussätzige, von denen einer zurückkommt und sich bei ihm dafür bedankt. Nachdem sie vorgelesen wurde, wird gemeinsam darüber gesprochen. 

Evt. braucht es eine Erklärung: Aussatz oder auch Lepra galt zur Zeit Jesu als sehr ansteckend. Die Menschen hatten große Angst davor, selbst krank zu werden. Darum wurden Aussätzige häufig aus ihrer Familie und der Gemeinschaft ausgestoßen und mussten außerhalb der Städte unter anderen Kranken leben. Deshalb hatte die Krankheit nicht nur körperliche, sondern vor allem auch soziale und psychische Folgen. Wer sich damit ansteckte verlor alles – Gesundheit, Familie, Haus/Wohnort, Beruf, …  

 

  • Etwa: Worum geht es - kurz zusammengefasst?  
  • Wie hättest du dich in dieser Situation verhalten? 
  • Hat sich deiner Meinung nach jemand richtig und jemand falsch verhalten? 
  • Kennst du ähnliche Situationen aus deinem Alltag?  
  • Gibt es ein Richtig und ein Falsch, wenn man für etwas dankbar ist?  
  • Kann deiner Meinung nach jeder Mensch Dankbarkeit gleich zeigen? Und sollte das so sein? 

Das Glücksprinzip 

 

 

Inhalt:

Eine Schulklasse bekommt die Aufgabe gestellt, sich ein Projekt für ein Jahr auszudenken, das die Welt verändern kann. Einer der Schüler hat die Idee, drei Menschen zu helfen, die dann wieder drei Menschen helfen und so weiter. Es muss immer etwas sein, das das Leben der Person, der man hilft, besser macht.  

 

Nach dem der Trailer angesehen wurde, werden wieder Fragen dazu gestellt. Etwa: 

Was hat der Film mit Dankbarkeit zu tun? Wie zeigst du deinen Mitmenschen, dass du für etwas dankbar bist? Wie gehst du mit Dankbarkeit um, die dir gezeigt wird? Was haben Dankbarkeit und ein dankbares Leben mit Glück zu tun? 

 

Transfer:

Hilfe kann auch zu einer Ermöglichung für andere werden. Das heißt, jemand dem ich geholfen habe kommt dadurch vielleicht in die Lage, wieder jemand anderem zu helfen. Eine Art von Dankbarkeit ist es, die Hilfe, die man bekommen hat zu nutzen und weiterzugeben.  

Die Geschichte von den Aussätzigen (Lk 17, 11-19) wird noch einmal gelesen oder in Erinnerung gerufen. Ist die Hilfe Jesu‘ hier nicht auch eine Ermöglichung? Wie können die Aussätzigen jetzt ihrer Familie/anderen Menschen helfen? Vorher hatten sie ja die Möglichkeit nicht, weil sie als Aussätzige aus der Gesellschaft ausgestoßen waren. 

Was würdest du als Erstes tun nachdem du geheilt wurdest? Was hat dir am meisten gefehlt, als du krank warst? 

 

Kreativ-Tipp:

Die Antworten darauf können auf einem Plakat gesammelt, gezeichnet oder nachgespielt werden. 

 

Auftrag: 

Die Jugendlichen bekommen Dankeskärtchen mit. Jedes Mal, wenn sie in ihrem Alltag jemandem dankbar sind, geben sie dieser Person eines der Kärtchen.  

Durch die Übung konzentrieren sie sich bewusst auf Situationen und Menschen für die sie dankbar sind. Oft merkt man erst, wie viele Gründe zum Danken man hat, wenn man den Blick gezielt darauf lenkt. 

 

Download: Dankeskärtchen (pdf-Download)

 

Bonus - Buchempfehlung 

 

„Ein dankbares Herz ist ein glückliches Herz“ ist ein kleines Buch zum Thema Dankbarkeit, das selbst gestaltet werden kann. Neben Texten und Versen gibt es Seiten mit Impulsfragen, auf denen festgehalten werden kann, wofür man selbst dankbar ist. An Tagen, an denen gefühlt alles schiefgeht, kann man nachlesen, für wie viel man schon dankbar war. 

 

 

o. A. (2019). Ein dankbares Herz ist ein glückliches Herz – Mein Dankbarkeitsbuch. (1. Aufl.) Aßlar: Gerth Medien GmbH  

 

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Die Love Box ist ein Lese-Rollenspiel für Jugendliche ab 14 Jahren.

15.00 EUR
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