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Jugendforum - Reality Check

"Wie geht es den Jugendlichen beim Einstieg in die Arbeitswelt in OÖ?"  und "Wie kann die Situation verbessert werden?" - waren die Fragen, die in Kleingruppen bearbeitet wurden. "Meinen Traumberuf als Pferdewirtin hab ich sowieso schon aufgegeben", berichtet Eveline, 16 J., aus Rohrbach. Seit einem Jahr ist sie auf der Suche nach einem Lehrplatz. Immer wieder Absagen zu bekommen macht mutlos, sie kann eigentlich gar nicht mehr an eine gute Zukunft glauben. "Wählerisch darfst du sowieso nicht sein. Letztlich musst du alles in Kauf nehmen - lange Anfahrtswege, Überstunden, schlechtes Betriebsklima,... alles wird von dir verlangt. Die Träume von einer guten Arbeit musst du dir sowieso abschminken..." - sagt ihre 24-jährige Schwester, die sich immer wieder durchgekämpft hat und derzeit halbwegs zufrieden im Tourismus arbeitet.
 
MaturantInnen geht es nicht besser. "Ich jobbe mich seit einem Jahr durch", sagt Susanne. Gelegenheitsarbeiten dort und da geben aber keine Perspektive für die Zukunft. Wer nicht 100% fit ist hat sowieso keine Chance. "Es zählt nur die Schnelligkeit", erzählt  Markus, der ein leichtes körperliches Handicap hat. "Mein gutes Maturazeugnis und mein Wille, meine ganze Arbeitsbereitschaft nützt nichts. Seit 2 Jahren bekomme ich nur Absagen. Ich bin froh, dass es Veranstaltungen wie diese gibt, da merke ich wenigstens, dass ich nicht alleine bin und dass ich nicht selber schuld bin an meiner Situation..."

"Es braucht viel mehr Zeit und Geld für die Berufsorientierung", sagt Franz, der als Trainer in einer Maßnahme arbeitet. "Jugendliche müssen verschiedene Berufe ausprobieren können, ohne Druck. Und die Bedingungen für die Trainer in den Maßnahmen werden immer schlechter. Da wird am falschen Platz gespart.
Die Maßnahmen sind zu kurz und bieten keine vollwertige Ausbildung."

Jede, der insgesamt 9 Kleingruppen, bereitete aus den diskutierten Wahrnehmungen, Wünschen und Ideen eine Präsentation vor, die den geladenen Politikerinnen und Politikern (insgesamt waren 11 Landtags- und Bundesratsabgeordnete anwesend) dargeboten  wurde. Im Anschluss daran wurde in den Kleingruppen mit den PolitikerInnen weiterdiskutiert. Trotz dem schwierigen und brennenden Thema gab es gute Gespräche mit den PolitkerInnen. Für die Politikerinnen und Politiker war es ein richtiger "Reality Check"!

Einige Ideen und Forderungen:

>> JedeR Jugendliche hat ein Recht auf eine qualitätsvolle Berufsausbildung
>> JedeR Jugendliche hat ein Recht auf einen Arbeitsplatz
>> Es braucht ein Qualitätssiegel für AMS-Maßnahmen und Lehrbetriebe
>> Jeder Betrieb muss sich an der Lehrlingsausbildung beteiligen
>> Wir wollen mehr  Produktionsschulen und Lehrwerkstätten in OÖ

Die ausgearbeiteten Ideen und Wünsche der TeilnehmerInnen werden nun  zu einem Meinungs- und Forderungspaket geschnürt, das Ende Juni den verantwortlichen PolitikerInnen übergeben wird.

"Ich bin froh wenn ihr euch in der Öffentlichkeit zu Wort meldet", sagt Jasmin Chansri, Jugendsprecherin der SPÖ. "Ich nehme mir eure Betroffenheiten mit, denn da ist die Politik wirklich gefordert." Ruperta Lichtenecker, Grüne Bundesrätin, geht v.a. auf die Berufsorientierung ein. "Das muss verstärkt werden, schon ab der 3. Klasse Hauptschule", schließt sie sich einer Forderung an. Auch LAbg. Otto Gumpinger, ÖVP,  bedankt sich für die ehrlichen Aussagen und Rückmeldungen, "auch wenn es hart ist, das zu hören..."

"Wir werden eure Meinungen und Forderungen weitertragen", verspricht Markus Feichtinger von der Kath. Jugend den anwesenden Jugendlichen. Und zu den PolitkerInnen meint er:  "Wir wissen, dass den politisch Verantwortlichen in OÖ das Thema wichtig ist und Sie viel Geld in die Hand nehmen. Die derzeitigen Maßnahmen verändern die Realität aber kaum. Die Jugend ist es wert, dass wirklich qualitative Maßnahmen und gute berufliche Perspektiven geschaffen werden. Es muss mehr passieren und dabei wollen wir die Politik unterstützen."

Weitere Informationen bei:
MMag. Markus Feichtinger
Forum Arbeit/KAJ
T 0732 7610 - 3617
E markus.feichtinger@dioezese-linz.at

oder H www.stellenwert.at

 
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